Familiengerichtliche Verfahren stellen für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder häufig eine enorme emotionale und existenzielle Belastung dar. In dieser ohnehin schwierigen Situation sind Fachkräfte besonders gefordert, Betroffene fachlich sicher zu begleiten und Schutzbedarfe konsequent im Blick zu behalten.
Mit einer neuen Arbeitshilfe bietet Frauenhauskoordinierung e. V. hierfür eine praxisnahe Unterstützung. Die Veröffentlichung richtet sich an Fachkräfte, die Mütter und Kinder nach häuslicher Gewalt durch gerichtliche Verfahren begleiten, und greift zentrale Herausforderungen im Zusammenspiel der beteiligten Systeme auf.
Ein grundlegendes Problem besteht weiterhin in der strukturellen Trennung von drei Bereichen: häusliche Gewalt, Kinderschutz und familiengerichtliche Verfahren. Diese werden häufig als „drei Planeten“ beschrieben, weil sie jeweils eigenen Logiken, Zuständigkeiten und Prioritäten folgen. In der Praxis führt das nicht selten zu mangelnder Abstimmung, Schutzlücken und im schlimmsten Fall zu neuen Gefährdungssituationen für die Betroffenen.
Die Arbeitshilfe setzt genau hier an: Sie macht die unterschiedlichen Perspektiven sichtbar, benennt typische Konfliktlinien und gibt Fachkräften Orientierung für eine gewaltsensible und kinderschutzorientierte Begleitung im gerichtlichen Kontext. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zu mehr Handlungssicherheit und zu einer besseren Verzahnung der beteiligten Systeme.
Die Publikation steht hier zum Download bereit:
https://www.frauenhauskoordinierung.de/fileadmin/redakteure/Publikationen/Handreichungen_Arbeitshilfen/2026_Arbeitshilfe_Gerichtliche_Verfahren___Frauengewaltschutz.pdf

