E-Mail

info@wir-sind-aktiv-hamburg.de

Telefonnummer

+49 40 524 702 288

Bürgergeld: Zwischen Digitalisierung und Barrierefreiheit – Papieranträge bleiben wichtig

Wir sind Aktiv Hamburg - Gemeinsam gestalten, bewegen und verändern wir unsere Stadt!

Die Digitalisierung der Sozialverwaltung schreitet weiter voran. Immer mehr Leistungen der Jobcenter und der Bundesagentur für Arbeit (BA) können online beantragt werden. Ziel ist es, Verwaltungsverfahren zu vereinfachen und schneller zu gestalten. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass digitale Angebote nicht für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sind.

Bürgergeld kann weiterhin schriftlich beantragt werden

Die Bundesagentur für Arbeit bietet die Beantragung von Bürgergeld über ihr Online-Portal an. Gleichzeitig stellt sie klar, dass Anträge weiterhin auch in Papierform eingereicht werden können. Die erforderlichen Formulare stehen im Download-Center der BA zur Verfügung oder können direkt beim zuständigen Jobcenter angefordert werden.

Für Menschen ohne Internetzugang, ohne Smartphone oder mit geringen digitalen Kenntnissen bleibt der schriftliche Antrag ein wichtiger Zugang zu existenzsichernden Leistungen. Sozialberatungsstellen weisen regelmäßig darauf hin, dass dieser gesetzlich vorgesehene Weg uneingeschränkt erhalten bleiben muss.

Bundesregierung bestätigt Probleme bei den digitalen Angeboten

Dass die Digitalisierung nicht überall reibungslos funktioniert, bestätigt auch die Bundesregierung. In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage räumt sie ein, dass Berichte über Schwierigkeiten beim Registrierungs- und Authentifizierungsprozess im Online-Portal der Bundesagentur für Arbeit bekannt sind. Dazu zählen Probleme bei der erneuten Anmeldung nach einer Registrierung, technische Schwierigkeiten mit bestimmten Endgeräten sowie der Umstand, dass nicht alle Nutzerinnen und Nutzer über ein Smartphone verfügen.

Hinzu kommen zusätzliche Herausforderungen durch die verpflichtende Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA), die die Bundesagentur für Arbeit seit April 2025 für den Zugang zu ihren Online-Diensten eingeführt hat. Die BA begründet diesen Schritt mit dem Schutz personenbezogener Daten und der IT-Sicherheit.

Digitalisierung muss alle Menschen erreichen

Digitale Verwaltungsangebote können den Zugang zu Sozialleistungen erleichtern und Bearbeitungszeiten verkürzen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sie barrierearm gestaltet sind und niemanden ausschließen.

Gerade bei existenzsichernden Leistungen wie dem Bürgergeld muss gewährleistet bleiben, dass Menschen ihre Ansprüche unabhängig von ihrer technischen Ausstattung oder ihren digitalen Fähigkeiten geltend machen können. Deshalb bleibt die Möglichkeit, Leistungen auch weiterhin schriftlich zu beantragen, ein wichtiger Bestandteil eines niedrigschwelligen Zugangs zur Grundsicherung.

Quellen

Nach oben scrollen